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Die ersten Fotos aus Malvern

Dieser Tage habe ich die ersten Fotos von meinem neuen Morgan 4/4 aus der Factory bekommen, jetzt sind es nur noch ca. 2 Wochen bis ich meinen Moggie bei Morgan Park in Hamburg abholen kann …

Morgan 4/4 in schwarz und weiss / black and white

Morgan 4/4 in schwarz und weiss / black and white

 
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Verfasst von - 28. Februar 2015 in Tastings

 

Tabak-Rum-Kunst in der Havanna Lounge Bremen

Am 16. Oktober 2014 hatte ich als Teil einer kleinen Abordnung des Cigar Club Wilhelmshaven (http://cigarclub-whv.de/) das große Vergnügen, an der Veranstaltung „Tabak-Rum-Kunst“ in der Havanna Lounge in Bremen teilzunehmen. Für die Teilnahmegebühr von 85,- Euro galt es, ein exzellentes Vier Gänge Menü zu genießen, vier kubanische Zigarren zu verkosten, vier Premium Rums zu probieren und viel Wissenswertes über Kunst mit Zigarrenbildern und Zigarrenbanderolen zu erfahren. Das schöne Event wurde von Dirk Quade organisiert, dem wahrscheinlich bestsortierten Zigarrenfachhändler in Bremen (mehr dazu siehe auch http://www.geniesser-point.de/ ) und unterstützt von Fifth Avenue.

Tasting Tisch

Das Arbeitsfeld ist bereitet

Das Menü:

  • Sashimi vom Thunfisch
  • Gelbe Thai-Curry-Suppe mit gebackenen Garnelen
  • Rumpsteak mit Bohnen-Cassoulet und Kartoffelgratin
  • Zitronentarte mit Himbeersorbet

Was soll ich sagen: Sehr lecker, reichlich, schön arrangiert: Einfach exzellent, wie man es von der Havanna Lounge erwarten kann.

Ron Millonario

Ron Millonario

Die Rums:

  • Havana Club Seleccion de Maestros (ganz nett)
  • Zaya 12YO Gran Reservaaus Trinidad (schon besser, passte schon mal gut zur Zigarre)
  • A.H. Riise X.O. Single Barrel von den amerik. Jungferninseln: sehr lecker, ausgesprochen schöne Fruchtaromen
  • Ron Millonario XO Reserva Especial aus Peru: Ein echter Hammer, fast schon eine Offenbarung, da kann man einen Zacapa locker für stehen lassen: Passt ausgesprochen gut auch zu einer kräftigen Zigarre. Ist aber leider relativ teuer… (240,- Euro pro Flasche)

Am Besten gefallen hat mir der A.H. Riise, weil er so außergewöhnlich war. Obwohl, auch der Millonario hat durchaus seinen Reiz, äh Preis…

Die Zigarren:

  • Vegueros Mananita (Short Torpedo): Sehr lecker, schöne Kuba-Zigarre, aber im letzten Drittel durchaus sehr kräftig.
  • Monte Christo Petit No. 2, die kleine Schwester der Monte 2, die der großen aber fast gleich kommt und nur ein bisschen kürzer ist, aber sehr lecker
  • San Cristobal Piramides: Eine schöne Zigarre mit reichhaltigen Aromen, von der man auch länger etwas hat
  • Punch Edition Limitada 2013: Ich bin sehr froh, dass Dirk von dieser tollen Zigarre noch einen kleinen Vorrat hatte und für dieses Tasting zur Verfügung stellen konnte.
San Cristobal Piramides

San Cristobal Piramides

Die Kunst

Dirk Prautzsch, seines Zeichens weltweit einziger und einzigartiger Zigarren-Banderolen-Künstler, zeigte und erklärte uns im Laufe des Abends zahlreiche seiner Werke, die er aus teilweise antiken Zigarrenbildern und Zigarrenbanderolen in mühsamer Kleinstarbeit über Monate hinweg anfertigt. Eines seiner beliebtesten (und teuersten) Werke ist ein Cohiba-Kopf aus Behike-Banderolen, dessen Anfertigung leicht schon mal über 400 Stunden dauern kann und bei dem über 350 Banderolen verarbeitet werden. Mehr Infos zu seinen einzigartigen Werken findet man natürlich auf seiner Website unter www.zigarrenkunst.de

Zigarren Banderolen Kunst

Zigarren Banderolen Kunst

Fazit

Ich habe selten so einen angenehmen, anregenden und genußvollen Abend verbracht.

 
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Verfasst von - 20. Oktober 2014 in Locations, Messen und Events

 

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Balmoral Limited Edition Anejo 18 Rothschild Masivo

Meistens smöke ich ja die leckeren Stumpen aus Honduras oder Nicaragua, aber auch den etwas kräftigeren Zigarren aus der Dominikanischen Republik bin ich durchaus auch mal zugetan, z.B. einer La Aurora 1495 Series.

Balmoral Anejo18

Balmoral Anejo18

Nach der Empfehlung im letzten Cigar Journal probiere ich heute etwas ganz Spezielles aus der DomRep: Die Rothschild Masivo aus dem Hause Balmoral, Serie „Royal Selection“, als Limited Edition „Anejo 18“. Ein ziemlich langer Name also: „Balmoral Royal Selection Limited Edition Anejo 18 Rothschild Masivo“, ist aber auch eine große Zigarre: 12,5 cm lang, mit einem stattlichen Durchmesser von 22 mm.

Balmoral habe ich ja sonst nicht so auf der Uhr, aber die Limited Edition „Anejo 18“ zeichnet sich durch das besondere, 18 Jahre alte  Deckblatt aus, und darauf bin ich schon sehr gespannt. Letzthin habe ich mal eine 12 Jahre alte Hoyo de Monterey versucht, und das Ereignis war nun nicht gerade so doll, also schaumermal was die Balmoral zu bieten hat:

Das Deckblatt ist sehr dunkel, matt und mittelfein geadert. Die Zigarre fühlt sich gut gerollt an, die Bauchbinde ist schön gestaltet und wirkt recht wertvoll, vor allem durch den dunkelroten, glänzenden Ring am unteren Rand. Anbohren mit dem 8mm Bohrer geht problemlos, die Endkappe ist relativ dick und löst sich gut ab.

Der Zug ist optimal, nicht zu schwach, nicht zu stark, das Kaltzugaroma aber eher unspektakulär ein wenig holzig/grasig.

Flamm-Annahme ist gut, weil ich den guten Burner benutze, der genug Flamme hat um das dicke Ende relativ schnell und gleichmäßig zu entflammen. Nach dem Anzünden ist das gute Stück sofort kräftig present, mit einer exzellenten Raumnote und einem sehr schönen Aromenspektrum: Dunkle Schokolade, Rotwein, Kräuter, Gewürze, Lebkuchen, dunkler Kandis, Holunder, Kaffee, … Sehr schön! Ich bin schwer beeindruckt!

Die Asche ist sehr hell und fest, der Abbrand gut und gleichmäßig. Der Duft der Zigarre ist sehr angenehm, mich verwundert nur, dass trotz des leichten Zugs und des großen Formats relativ wenig Rauch entsteht. Stört mich aber nicht, so eine vornehme Zurückhaltung ist mir viel lieber als ein dicker Dunst, gegen den die Lüftung ankämpfen muss.

In der zweiten Hälfte wird die Zigarre etwas gehaltvoller und „schwerer“. Jetzt dominieren holzige und toastige Aromen, weiterhin begleitet von cremiger Süße und wechselnden Aromen von Kräutern, Sandelholz und Kaffee. Eine kurz aufkommende leichte Schärfe kann ich durch langsamereres Smöken wieder reduzieren.

Nach insgesamt 70 Minuten Rauchgenuss bin ich sehr positiv angetan von dieser wirklich besonderen Zigarre. Für 8 Euro eigentlich ein Schnäppchen, aber leider in der Menge begrenzt. Deshalb meine eindeutige Kaufempfehlung  für den erfahrenen Afficionado, der die feinen Aromen einer eleganten Zigarre wohl zu unterscheiden weiss.

 

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Morgan Fieber

Etwa seit Sommer 2013 bin ich mit dem Morgan-Virus infiziert. Ich war kurz zuvor 50 geworden und wollte eigentlich das Motorradfahren wieder anfangen. Ja, ich weiss, das entspricht voll dem Klischée, aber ich nenne das nicht „Midlife Crisis“, sondern bevorzuge den deutschen Ausdruck „Zweiter Frühling“, und außerdem bin ich stolz darauf!

Ich war voller Sehnsucht nach Freiheit und Abenteuer (zumindest an den Wochenenden), aber die Aussicht darauf, bei den Ausfahrten Lederkombi, Protektoren und Helm tragen zu müssen und Rudeln von Steuerberatern, Immobilienmaklern und Anwälten auf ihren Harleys zu begegnen, brachte mich schließlich wieder vom Motorrad ab.

Ich begann, nach Alternativen zu suchen, die auch für einen mittelalten Mann mit begrenztem Budget geeignet sein mussten. Bei meinen Recherchen im Internet stieß ich zuerst auf Caterham, dann auf den damals gerade neu herausgebrachten Morgan Threewheeler und dadurch auch auf die vierrädrigen Automobile von Morgan Motors: Die klassische Linienführung, die traditionelle Handwerkskunst, der große Anteil an Handarbeit in Verbindung mit englischer Sportwagentradition brachten mein anglophiles Herz rasch zum Schmelzen. OK, der Preis lag ein wenig über meinem ursprünglich geplanten Budget, aber … der Gedanke an einen Morgan war in meinem Bewusstsein gesät und begann dort zu keimen und Wurzen zu schlagen. Ich besorgte mir Bücher und ein Sammlermodell, wurde Mitglied im englischen Morgantalk-Forum und im Forum des deutschen Morgan-Club MCD und begann, über Ausstattungsvarianten und Farbkombinationen nachzudenken: Der Virus hatte mich voll erwischt!

Der Leihwagen von Morgan Park

Der Leihwagen von Morgan Park

Bisher aber hatte ich nur mal in einem Morgan gesessen, war aber noch nie selbst einen gefahren. Eine Schande war das! Mitte August 2014 habe ich mir deshalb von Morgan Park in Hamburg über‘s Wochenende einen Morgan geliehen. Natürlich habe ich die Abholung in Lutz Leberfinger’s „Spielzeugladen für Erwachsene“ gleich für eine ausführliche Kaufberatung genutzt und konnte endlich auch den 4/4 Probe fahren. Es ist schon erstaunlich, wie agil dieser kleine Flitzer über Landstraßen gebrettert und um die Kurven gezirkelt werden kann. Das Getriebe ist perfekt für den Motor, Federungskomfort und Straßenlage sensationell, und das ganze Auto macht großen Spaß. Leider bietet Morgan Park den 4/4 nicht als Leihwagen an, und so durfte ich das Wochenende mit dem Plus4 verbringen: Auch nicht schlecht…

Zuerst galt es, das Fahrzeuginnere zu entern: Mit dem rechten Arm auf der Innenseite der Lehne des Fahrersitzes abstützen, dabei mit dem rechten Bein zwischen Sitz und Lenkrad hindurch in den Fußraum einfädeln, vorsichtig den Körper absenken und die restlichen Arme und Beine nachholen. Hört sich schwierig an, war es anfangs auch, ist aber immer noch ein Kinderspiel gegenüber dem Ein- und Aussteigen im Caterham, auch wenn ich mit 172 cm und 80 kg weder besonders groß noch besonders dick bin. Das erste Aussteigen gestaltete sich später ähnlich schwierig, aber nach 3 Tagen mit vielen schauerbedingten Dach-auf-und-zu‘s bekam ich viel Übung darin und kam mir schließlich sogar wesentlich gelenkiger vor. Ein Grund mehr, warum sich der Morgan „Sportwagen“ nennen darf…

 

Das Interieur

Das Interieur

Mein Leihwagen hatte viele Extras, besonders das Holzlenkrad, die Lenkverkleidung und die filigranen Lenkstockhebel aus Edelstahl hatten es mir angetan. Das Lenkrad, eine Eigenkreation von Morgan Park, ist etwas dicker als die üblichen Holzlenkräder, es ist dadurch griffiger und liegt auch ohne Handschuhe gut in der Hand. Außerdem ist es unten etwas weniger abgerundet, dadurch ist das Einsteigen einfacher. Farbe und Maserung des Morganpark-Holzarmaturenbretts gefallen mir ebenfalls sehr gut, nicht ganz so gelungen finde ich dagegen die bunten Spielzeuglichter der Kontrollleuchten und die etwas billig wirkenden Plastikkippschalter. Der Drehzahlmesser ist, wie es sich für einen Sportwagen gehört, direkt in der Blickrichtung des Fahrers positioniert, und in den 3 Tagen im Morgan lernte ich, auf Landstraßen nur nach Drehzahlmesser zu fahren. Leider wird einem aber dieser Lerneffekt beim Morgan Park Armaturenbrett unnötig erschwert, denn der wichtige Geschwindigkeitsbereich bis 65 km/h auf dem Tachometer wird bei der Fahrt durch die rechte Hand verdeckt. Hier wäre es meiner Meinung nach besser gewesen, die Plätze von Tacho und Multi-Instrument zu tauschen, dann wäre der Tacho immer gut ablesbar. Außerdem sind die Kontrollleuchten nicht beschriftet, aber dazu später noch mehr.

Die Innenausstattung war in Leder „Toffee“, die Sitze mit farbigen Kedern abgesetzt, was ich sehr gefällig finde. Der kleine, als Nachrüstung montierte rechteckige Spiegel mit elegantem Metallrand bietet erstaunlich viel Sichtfeld und sieht viel besser aus als das Plastikungetüm, das Morgan einem serienmäßig zumutet. Die Serien-Seitenspiegel waren ok, allerdings braucht man bei aufgesteckten Seitenscheiben für die Beifahrerseite einen geduldigen Helfer für das Einstellen.

Der Plus4 war mit Schutzfolien im Einstiegsbereich ausgestattet, was auf jeden Fall eine lohnende Investition ist: Kleine dunkle Markierungsstreifen auf den nahezu unsichtbaren Kunststofffolien haben am Montag gezeigt, wie wichtig ein guter Schutz an dieser Stelle ist. Von dem zähen Kunststoff lassen sich die Streifen jedoch schnell entfernen und der Lack bleibt unzerkratzt.

Das einzige, was mich von den Sonderausstattungen nicht wirklich überzeugt hat, ist die Bereifung: Die breiten 6×15“ Chromspeichenräder bieten zwar einen hervorragen Geradeauslauf und sensationelle Spurtreue, auch bei hoher Geschwindigkeit und unebener Fahrbahn, aber bei sehr niedriger Geschwindigkeit, z.B. beim Rangieren in Parklücken, verursachen sie beim Einschlagen der Lenkung einen unregelmäßigen, sich abrupt ändernden Lenkwiderstand, der sehr störend ist. Mir ist klar, dass sich die Räder ohne Servounterstützung bei fast ruhenden Fahrzeug schwer lenken lassen, störend ist aber nicht der höhere Kraftaufwand, sondern das ungleichmäßige Ruckeln. Ich bin nur kurz vorher den 4/4 gefahren und mit dessen schmaleren Rädern ist von diesem Problem überhaupt nichts zu spüren. Immerhin gewöhnte ich mich schnell daran, und am Samstag konnte ich das gute Stück auch schon aus engen Parklücken zirkeln und auf dem Garagenhof manövrieren. Bei offenem Verdeck ist die Rundumsicht phänomenal.

Es klart auf

Es klart auf

Von Hamburg Barsbüttel aus ging es kurz nach 16:00 Uhr wegen der Regenschauer mit geschlossenem Verdeck zunächst über die Autobahn bis nach Harburg. Danach hatte ich eigentlich geplant, quer ab über Buxtehude, Bremervörde und den Wesertunnel über Varel ausschließlich über Landstraßen nach Schortens zu fahren. Wegen heftiger Gewitterschauer mit Starkregen kehrte ich jedoch wieder zur Autobahn zurück. Das Dach bewährte sich auch bei 120 km/h ganz gut und war weitgehend dicht, nur in der Mitte der Windschutzscheibe, am hinteren Rand der Steckscheiben und an den Öffnungen für die Steckscheibenträger kam durch den Fahrtwind ein wenig Wasser herein.

Hier besteht also noch Nachrüstungsbedarf für die Aftermarket-Anbieter: Frottee-Handtücher, passend zur Wagenfarbe, mit eingesticktem Morgan-Logo fände ich schon sehr stylish…

Hinter dem Wesertunnel klarte es auf, und ich konnte das Dach öffnen und endlich den offenen Himmel genießen. Frisch durchgepustet und mit einem glücklichen Grinsen nach einigen kleinen Umwegen in diesem grandiosen Automobil traf ich erst kurz nach 21 Uhr zu Hause ein. Natürlich hatte ich meine Frau von unterwegs angerufen, damit sie sich keine Sorgen macht, deshalb empfing mich zuhause auch keine Verwarnung, sondern ein schöner heißer Tee.

Am Samstag um 10:00 Uhr herrschte trotz Schauerwetters Aufbruchstimmung in Schortens: Die Wettervorhersage drohte zwar mit einer Regenwahrscheinlichkeit von 90%, aber die vorausgesagte Niederschlagsmenge von lediglich 0,5 mm geht für Norddeutsche Verhältnisse gerade mal als Luftfeuchtigkeit durch.

Zum Thema Bekleidung: Am Vortag hatte ich mir meine schönen Kalbsledersneakers etwas zerkratzt, der Raum zwischen den Pedalen ist wirklich ein bisschen eng. Deshalb trug ich für unsere heutige Ausfahrt sehr schmale Slippers aus unempfindlichen Rindsleder. Das Tragen spezieller Rennfahrerstiefel wie es beim Caterham angebracht sein soll, halte ich für den Morgan für übertrieben, zumindest für die Straßenversion. Außerdem empfiehlt sich eine Kopfbedeckung, in meinem Fall eine stilechte Tweedmütze, sowie ein Schal.

Auf der Landstrasse

Auf der Landstrasse

Mein Kumpel Florian im VW Beetle Cabrio und ich im Morgan machten uns also zunächst mit geschlossenem Dach auf zu unserer lang geplanten Rundreise auf Landstraßen durch den Nordwesten. Die erste Etappe führte uns über Sande, Neuenburg, Wiefelstede nach Bad Zwischenahn. Kurz hinter Spohle klarte es auf, und wir konnten die Dächer öffnen. Während Florian das Beetle-Verdeck in einer halben Minute öffnen und verstauen kann und dabei keinen Finger rührt, musste ich natürlich aussteigen und mehrere Male auf beiden Seiten des Autos das Dach einklappen und verzurren. Das Easy-Up-Hood ist jedoch sehr einfach zu handhaben, und schon nach wenigen Minuten saß ich wieder im Fahrersitz und wollte gerade losfahren, als mich ein Rotlicht vom Armaturenbrett aus warnend anstarrte. Es erschien, sobald ich den Zündschlüssel drehte. Die Lämpchen waren nicht beschriftet, eine Anleitung gab es nicht und Florian hatte auch keine Idee, also rief ich bei Morgan Park an. Glücklicherweise war es nicht die Ölwarnleuchte, sondern der Anschnallwarner: Das Lämpchen leuchtet auf, wenn man losfahren will, ohne angeschnallt zu sein. Florian war sehr überrascht, dass der Morgan überhaupt so etwas wie einen Anschnallwarner besitzt. Ich auch.

In Bad Zwischenahn war gerade Kirmes oder Jahrmarkt, die ganze Innenstadt voller Buden und Fahrgeschäfte und natürlich für Autos gesperrt. Eigentlich gesperrt, muss man sagen, denn wir konnten problemlos kurz vor der Sperrung zu unserer geplanten Etappenstation, dem „Haus am Meer“ abbiegen und fanden dort mitten in der Stadt auch zwei kostenlose Kundenparkplätze. Und konnten dann dort im überdachten Raucherbereich mit Blick auf das Zwischenahner Meer bei Kaffee, exzellentem Kuchen und einer guten Zigarre die weiteren Stationen unserer Route planen.

Am Kanal

Am Kanal

Diese führte uns dann wieder mit offenem Verdeck über Ocholt, Apen, Augustfehn, Detern und einige Umleitungen den Nordgeorgsfehn-Kanal hinauf nach Remels. Von dort aus ging es weiter nach Wiesmoor, wo wir uns mit einem kleinen Picknick für die weitere Strecke stärkten. In Marcardsmoor verließen wir den Kanal und fuhren über viele kleine Dörfer und kaum befahrene Landstraßen mit vielen Kurven über Ardorf und Burhafe zu meiner Lieblingsstrecke von Buttforde über Funnix, Berdum und Middoge nach Hohenkirchen. Die Straßen sind kaum befahren, in gutem Zustand und bieten bei Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h und vielen wechselnden Kurven das ideale Biotop für den Morgan: Der Blick über die endlos lange Motorhaube, die gefälligen Rundungen der Kotflügel und der Scheinwerfer, das Umherschwenken des Kühlers beim Einlenken in den Kurven, der kernige Sound des Sportauspuffs und das prickelnde Ziehen in der Magengrube beim Beschleunigen, dazu noch die perfekte Straßenlage: Dieses Gefühl ist einfach Fahrfreude pur auf einer essentiellen Ebene: So muss Auto fahren sein!

Zudem habe ich gerade auf dieser Strecke mit den vielen kleinen Ortschaften und Kurven eine Eigenschaft des Plus4 festgestellt, bei der  meinem Empfinden nach der 4/4 eindeutig Vorzüge hat was das sportliche Fahren angeht: Durch die höhere Motorleistung und das höhere Drehmoment konnte ich beim Plus 4 praktisch im gesamten Geschwindigkeitsbereich ab 50, 60 km/h im 5. Gang fahren. Bei meiner Probefahrt im 4/4 dagegen drängte es mich förmlich danach, im Bereich zwischen 40 und 70 km/h öfter mal nach Gehör zwischen dem 3. und 4. Gang zu wechseln, den 5. Gang brauchte ich fast gar nicht. Diese aktivere Art, das Auto zu fahren, öfter zwischen den Gängen zu wechseln und mit der Drehzahl zu spielen entspricht meiner Vorstellung des Sportwagenfahrens wesentlich mehr als das entspanntere Dahingleiten im Plus4. Ich bin deshalb sehr froh, dass ich den Plus4 längere Zeit unter realen Fahrbedingungen auf meinen Lieblingsstrecken testen konnte, denn auf diese Weise konnte ich im wahrsten Sinne des Wortes „erfahren“, dass der 4/4 trotz des kleineren Motors meiner Fahrweise besser entspricht als der Plus4.

Die Federung dagegen hat mich sehr positiv überrascht: Die Straßenlage war in dem von mir gefahrenen Geschwindigkeitsbereichen einfach perfekt, trotzdem war die Federung zwar sportlich, aber wesentlich komfortabler als erwartet. Auch bei geflicktem Straßenbelag, Absätzen oder Wellen wurden die Stöße sehr komfortabel abgefangen, ohne die Straßenlage negativ zu beeinflussen. Wer den Morgan auf der Autobahn oder der Rennstrecke bewegen will, hat vielleicht andere Anforderungen, aber für die Zwecke, bei denen ich den Morgan einsetzen will, finde ich die Federung sehr gelungen und einen idealen Kompromiss zwischen Komfort und sportlichem Handling.

Blick über die Motorhaube

Blick über die Motorhaube

Von Hohenkirchen aus fuhren wir weiter durchs Wangerland nach Horumersiel, wo wir die Fahrzeuge auf einem riesigen, gebührenfreien Parkplatz mitten im Ort abstellen konnten. Florian wechselte hier das Fahrzeug und tauschte den Beetle seines Vaters wieder zurück gegen seinen eigenen VW Eos. Als wir zum Morgan zurückkamen, war er gerade von einer Familie umstellt, die sich zusammen mit dem Auto fotografierte. Auch bei der Durchfahrt durch den Ort zog er die Blicke vieler Touristen auf sich.

Von Horumersiel aus ging es über Hooksiel, Fedderwarden und ein kleines Stück Autobahn wieder zurück nach Schortens, wo wir dann den Abend mit einem guten Essen und einigen Zigarren in meinem Raucherzimmer ausklingen ließen.

Am Sonntag bin ich dann meine Lieblingsstrecken noch mal zusammen mit meiner Frau und unserem Hund „Hancock“ abgefahren, trotz vorhergesagter Schauer natürlich offen. Es gab zwar ein paar Regentropfen, aber während der Fahrt flogen die einfach über uns hinweg.

Die Heizung ist sehr gut, fast schon überdimensioniert. Der Fußraum ist groß genug für einen mittelgroßen Hund (15kg), aber es wird doch recht warm für den Hund, weil man die Heizung leider nicht komplett abstellen kann. Daraus ergibt sich auch mein erster Umrüstungswunsch für meinen eigenen Morgan: Absperrhähne in der Kühlwasserleitung, die zur Heizung führt, damit man manuell auf Sommerbetrieb umschalten kann, um im Sommer nur die ungewärmte Außenluft einströmen zu lassen.

Fahrfreude

Fahrfreude

Davon abgesehen trat aber genau das ein, was ich mir erhofft hatte: Auch meine Frau fand das offenen Fahren im Morgan einfach großartig! Spartanisch, aber grandios. Und sie kommentierte später mein breites Grinsen während der Fahrt mit der nachdenklichen Anmerkung, sie hätte mich lange nicht mehr so unbeschwert und glücklich gesehen. Deshalb hier mein Tipp an alle geplagten Ehefrauen von Midlife-Crisis-gebeutelten Männern: Man kann so einen Morgan auch mieten…

Meine Frau kommt übrigens nicht darüber hinweg, dass man die Steckscheiben nicht abschließen kann. Ihr Verbesserungsvorschlag: Eine kleines abgewinkeltes Blech, das man von Innen aus umlegen kann, damit man die Fenster nicht mehr von Außen aus aufschieben kann. Immerhin fand sie es schon beruhigend, dass die Morgans inzwischen serienmäßig über abschließbare Türgriffe verfügen. Ihr war das merkwürdigerweise sehr wichtig, während ich darauf gar keinen Gedanken verschwendet habe. Konstruktionsbedingt dürfte es für einen versierten Autoknacker kein Problem darstellen, sich zwischen den Steckscheiben und dem Dach Zugang zu verschaffen, das Verdeck mit dem kleinen Griff zu öffnen und sich den Bereich hinter den Sitzen mal genauer anzusehen. Ich würde deshalb so oder so keine offensichtlich erkennbaren Wertsachen im Morgan aufbewahren und habe den Wagen während des Wochenendes auch nie abgeschlossen. Auf diese Weise wird wenigstens nichts durch ungestüme Zugangsversuche beschädigt.

Am Montag brachte ich den Morgan dann wieder nach Hamburg-Barsbüttel zurück. Endlich konnte ich die Strecke über Wesertunnel, Loxstedt, Bremervörde und Buxtehude ausschließlich über Landstraßen fahren, bis kurz vor Buxtehude sogar offen. Auf dem kurzen Stück über die A1 konnte der Plus4 auch noch seine sportlichen Qualitäten unter Beweis stellen, wobei ich merkte, dass es mit dem „Überholprestige“ nicht weit her ist, weil der Wagen von den anderen Verkehrsteilnehmern mehr als Oldtimer wahrgenommen wird und nicht als Sportwagen. Zumindest, bis man sie schnell beschleunigend mit 180 überholt…

Schweren Herzens habe ich dann am Mittag den Plus 4 wieder zurückgegeben. Das Wochenende im Morgan hat sich aber in mehrfacher Hinsicht gelohnt: Abgesehen vom Fahrspaß konnte ich mich davon überzeugen, dass der Morgan tatsächlich genau so ist, wie ich es erhofft hatte und dabei alltagstauglich noch obendrein. Ich konnte meiner Frau vermitteln, warum mir dieses Auto so wichtig ist. Und ich konnte meine Kaufentscheidung fällen: Der 4/4 muss es sein, der ist nämlich genau mein Ding. Jetzt, wo ich diesen Beitrag schreibe, habe ich ihn gerade bestellt: In Sports green, mit schwarzen Leder, silberfarbenen Speichenrädern, Stoßstangen, Reserverad, dem Morgan Park Lenkrad mitsamt Verkleidung und Lenkstockhebeln in Edelstahl und einigen weiteren Extras. Im März 2015 wird er geliefert. Noch 158 Tage bis dahin…

 

 

 
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Verfasst von - 7. September 2014 in Morgan, Reisen

 

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Habanos Academy in der Havanna Lounge Bremen

Am Mittwoch abend, den 23.04.2014 hatte ich das große Vergnügen, zusammen mit Klaus und Jan an einem schönen Zigarren-Event in der Havanna Lounge Bremen teilzunehmen:

„Der Mythos Cohiba“ stand auf dem Programm, und es galt, herauszufinden was diese Zigarre so besonders macht. Unseren Reiseführer spielte dabei Thomas Panitz von 5th Avenue.

Flying Buffet

Flying Buffet mit vielen kleinen leckeren Speisen

Zur Stärkung gab es zuerst delikate und sehr abwechslungsreiche Leckereien vom „Flying Buffet“, danach begannen wir unsere mythologische Forschungsreise mit der kleinen, aber feinen Cohiba Siglo No. 1. Die Siglo-Serie gehört zur Cohiba-Linie 1492, benannt nach der Entdeckung Kubas durch Kolumbus. Heute umfasst die Serie die Formate Siglo I bis Siglo V1, jeweils eine für jedes Jahrhundert seit der Entdeckung Kubas.

Der Name Cohiba kam erst 1967 auf, aber schon einige Jahre vorher hatte Fidel Castro Zigarren dieser Serie, allerdings noch ohne offiziellen Namen, an befreundete Staatsgäste verschenkt.

Die Bezeichnung Cohiba wurde aus der Sprache der Taino-Indianer übernommen und bezeichnet einen Wickel aus Tabakblättern, der von den Ureinwohnern Kubas geraucht wurde. Den Wurzeln der Zigarre wird im Logo der Cohiba Rechnung getragen. Es zeigt den Kopf des Taino-Indianers Hatuey (Quelle: Wikipedia)

Das Besonders an den Cohibas ist die Qualität der Tabake: Nur die besten Blätter eines jeden Jahrganges werden verwendet, zudem werden die Tabakblätter einer zusätzlichen dritten Fermentation unterzogen. Ausgewählte Blätter reifen sogar noch bis zu 18 Monaten in Zedernholzfässern nach.

Cohiba Maduro 5

Die Cohiba Maduro 5 ist zwar „reif“ (=maduro), aber nicht besonders dunkel

Als zweite Zigarre konnten wir die Maduro 5 in einem dickeren Robusto-Format kosten. Hier reifen die Tabake sogar 5 Jahre, was einen sehr ausgewogenen und „süffigen“ Geschmack ergibt. Im Gegensatz zu vielen anderen Zigarren, bei denen die Maduros sehr dunkle Deckblätter haben, ist die Cohiba Maduro aber vergleichsweise hell.

Am Ende unserer Mythologischen Reise gelangten wir schließlich in die Königsklasse, zur Cohiba Behike 56. Mit 56er Ringmaß und einer Länge von mehr als 16 cm ein ordentlicher Wonneproppen, den man schon als abendfüllendes Programm bezeichnen kann. Eine durchaus sehr leckere Zigarre mit immensem Aromanspektrum, von der ich mir sicherlich gern öfter mal eine gönnen würde, wenn sie denn nicht so teuer wäre: 41,- Euro kostet das gute Stück. Immerhin aber tröstete uns die gute Zigarre darüber hinweg, dass Bayern gegen Real Madrid 0:1 verloren hat.

Der Name „Behike“ bezeichnet in der Sprache der indianischen Ureinwohner Cubas den Medizinmann und geistigen Führer des Stammes. Für die Behike werden im Gegensatz zu allen anderen Zigarren nicht drei, sondern vier verschiedene Blattarten der Tabakpflanze verwendet. Der vierte Einlagetabak besteht aus den zwei obersten Blättern an der Spitze von Tabakpflanzen, die unter freiem Himmel angebaut werden. Nicht jede Tabakpflanze bildet diese sehr aromakräftigen Blätter aus, weshalb die Menge der zur Verfügung stehenden Blätter begrenzt ist.

Kurz vor Mitternacht machten wir uns dann wieder auf den Heimweg von Bremen nach Wilhelmshaven, mit den Erinnerungen und Nachklängen an einen wunderbaren Abend im Club.

 

 

 

 

 
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Verfasst von - 23. April 2014 in Cohiba, Kuba, Maduro, Tastings

 

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Lichtblicke im Humidor

Rechtzeitig zu Beginn der dunklen Jahreszeit erreichten mich heute noch ein paar Lichtblicke für meinen Humidor:

Rodrigo de Jerez Corojo Toro

Rodrigo de Jerez Corojo Toro

Von Schuster in Bünde ein Kistchen mit 20 Stück Rodrigo de Jerez, Corojo Reserve Toro aus Honduras (Grüne Banderole). Aufwendig gemachte Kiste mit geprägten Blechapplikationen, gute Holzverarbeitung, schön gemachte Zigarre mit interessanten Aromen – nachdem ich bereits drei Kisten davon weggeraucht habe, wird es eindeutig mal Zeit für ein ausführliches Tasting mit dieser mittelbraunen Schönheit…

Davidoff Puro d'Oro Gigantes

Davidoff Puro d’Oro Gigantes

Aus dem Hause Davidoff ein Kistchen mit 10 Stück Gigantes aus der Serie „Puro d’Oro“. Ich konnte letzthin mal die Gorditos probieren und bin jetzt schon sehr gespannt auf die große Schwester.

PS: Ich stelle gerade fest: Meiner Wortwahl nach sind für mich Zigarren offensichtlich eindeutig „Mädchen“. Warum wundert mich das jetzt nicht …

 

Punch Serie D’Oro No.2 Edición Limitada 2013

Punch Serie D’Oro No.2 Edición Limitada 2013

Bildnachweis: 5th Avenue

Heute erreichte mich eine Pressemitteilung von 5th Avenue über die zweite Limitada in diesem Jahr: Eine Punch Torpedo. Ich konnte seinerzeit die Punch Punch rauchen und fand sie vielleicht ein bißchen schlicht, aber durchaus lecker. Sicher wird auch die diesjährige Limitada trotz des stolzen Preises Ihre Liebhaber finden:

Mit der Punch Serie D’Oro No.2 lässt Habanos S.A. ein historisches Format dieser traditionsreichen Marke aus den 1930er Jahren wieder aufleben. Die Serie D’Oro No.2 hat das Figurado-Format Campana mit einer Länge von 140 mm und einem Ringmaß von 52 (20,64 mm). Diese Cigarren werden ausschließlich für diese limitierte Edition gefertigt. Die Mischung ist mittelkräftig und zeichnet sich durch die für Punch typischen, erdigen Tabakaromen aus. Die Punch Serie D’Oro No.2 erscheint in einer klassischen, verzierten Kiste mit 25 Stück Inhalt.

Format und Preis:

Punch Serie D’Oro No.2 – Edición Limitada 2013

Format: Campana; Maße: 140 mm x RM 52; Einheit: Habilitierte Kiste á 25 Stück; KVP/St. 14,20 Euro

 
 
 
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